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Armin G. Wildfeuer
in: Lebendiges Zeugnis 74 (2019/3), 25-34
Publication year: 2019

Hermann Krings (2013-2004) war einer der renommiertesten Vertreter einer von I. Kant und J.G. Fichte, später dann F.W.J. Schelling inspirierten Transzendentalphilosophie im 20. Jahrhundert. Für ihn, der während seiner Studienjahre in München in engem Kontakt mit dem Geschwister-Scholl-Kreis stand, wurde das Thema Freiheit zum Zentrum seines Nachdenkens (vgl. Baumgartner et al. 1979). Insbesondere war ihm die Vermittlung von christlicher Theologie und neuzeitlichen Freiheitsdenken ein besonderes Anliegen, wenngleich ihm der Begriff einer dezidiert „christlichen Philosophie“ zurecht als ein „hölzernes Eisen“ erschien. Für Kirche und Theologie muss, so seine Überzeugung, „Freiheit als Chance“ (Krings/Simons 1972) begriffen werden. Denn das Freiheitsdenken eröffnet eine neuen „Versuch Gott zu denken“ (Krings 1970; vgl. Krings 1986, 1995; sowie Krings/Simons 1973). Die Philosophie von Hermann Krings inspirierte nicht unwesentlich den Ansatz der sog. „Autonomen Moral“ (A. Auer, F. Böckle u.a.) mit und fand auch in der Freiheitstheologie von Thomas Pröpper (Pröpper 1983, 2012) und seiner Schüler einen wirkmächtigen Niederschlag.