• Vortrag 18. Okt. 2018

    Wege nach Utopia: Thomas Morus - Beste Staatsverfassung oder verkehrte Welt?

    TU Chemnitz/Katholische Akademie des Bistums Dresden-Meißen/VHS CHemnitz

Man könnte geneigt sein, das erstmals 1516 als Privatdruck aufgelegte Werk „Utopia“ von Thomas Morus (1478-1535), das „Vom besten Zustand des Staates und der neuen Insel Utopia“ handelt, aus dem typischen Habitus eines humanistisch-frühneuzeitlichen Vernunftoptimismus heraus zu deuten. Denn sie ist einerseits Darstellung dessen, was als reale Welt ist, aber nicht sein sollte; einer Welt, die von Inhumanitäten und Ungereimtheiten nur so strotzt. Und andererseits ist sie auch der phantasievolle Entwurf einer anderen, rein vernünftigen Welt, die nicht ist, aber – zumindest teilweise – sein könnte; ob sie auch Wirklichkeit werden sollte, das zu beurteilen überlässt Morus jedoch dem Leser. Er selbst bleibt skeptisch distanziert. Denn auch der Entwurf einer auf sich selbst gestellten Vernunft ist ebenfalls nicht frei von Widersprüchen, Inhumanitäten und Absurditäten, auch wenn diese sich zumindest vernünftig rechtfertigen lassen.

  • Vortrag 1. September 2018

    Denkformen einer besseren Welt: G.W.F. Hegel und der deutsche Idealismus am Beginn des 19. Jahrhunderts

    Thomas Morus Akademie / Bensberg - Tagung: Denker der Freiheit und der Menschlichkeit: Karl Marx und Friedrich Engels in ihrer Zeit

Der Eröffnungsvortrag zur Akademietagung “Denker der Freiheit und der Menschlichkeit: Karl Marx und Friedrich Engels in ihrer Zeit“ beleuchtet insbesondere die philosophischen Kontexte des frühen Marx (Deutscher Idealismus, G.W.F. Hegel, Links-/Junghegelianer etc., Feuerbach).

  • Vortrag 5. Juni 2018

    Das Ethos Europas. Historische und systematische Perspektiven der Rede von Europa als „Wertegemeinschaft“

    Villa La Collina, Fondazione Konrad Adenauer, Cadenabbia, Italien - Konrad Adenauer Stiftung, Politisches Bildungsforum NRW, Tagungsthema: ``Ist die EU auf dem sozialen Auge blind? ``

Die These des Vortrags lautet: Aufgrund der historischen Katastrophen, die die Europäer erlitten haben, weil sie schicksalhaft in einem gemeinsamen, durch territoriale Nähe konstituierten Boot sitzen, haben sich die Völker Europas aus Not, wenn auch freiwillig entschlossen, sich – gleichsam wie in einer Galeere – auf Gedeih und Verderben aneinander zu ketten, um ihr Schicksal nicht von der Brüchigkeit wechselseitigen Wohlwollens abhängig zu machen,  sondern motiviert von der Furcht gemeinsamen Untergangs zum Wohle aller zu gestalten. Das Europa der EU ist daher als eine Ethos-Gemeinschaft sui generis zu betrachten, nämlich eine Gemeinschaft nicht ex positivo, sondern eine Zweckgemeinschaft ex negativo („Notgemeinschaft“), die gleichwohl motiviert ist von der Hoffnung, dass aus der Not- und Zweckgemeinschaft zunehmend eine Ethos-Gemeinschaft werden. Dieser Ansatz vermeidet es, sich beim Europagedanken an einer zweifelhaft-romantischen retrotopen Utopie des “Christlichen Abendlandes” zu orientieren. Europa ist vielmehr als eine topische Heterotopie zu konzipieren, die die Realisierungsbedingungen eines menschenrechtsorientierten Staatenbundes in den Blick nimmt.

  • Lehrbuch 4. Quartal 2017

    Ethik für die Soziale Arbeit

    Nomos Verlag

Für Mitglieder von Handlungsprofessionen wie der Sozialen Arbeit ist die verpflichtende Rückbindung ihrer Handlungsvollzüge an ein professionsspezifisches Ethos unverzichtbar. Denn konkrete Praxis ist immer durch strukturelle Komplexität und situative Einmaligkeit gekennzeichnet und dadurch sowohl der reglementierenden Planung als auch der objektivierenden Überprüfbarkeit entzogen. Die prinzipielle Gefährdung, die aus dieser Handlungskonstellation für alle von der Handlung Betroffenen resultiert, erfordert die Selbstbindung des Handelnden an sittliche Prinzipien und Verhaltensstandards, die als Handlungsziele die Interaktionsbeziehungen regeln. Vor allem der verantwortliche Umgang mit widerstreitenden Ansprüchen setzt nicht nur eine hohe persönliche Integrität des professionell Handelnden, sondern auch seine Vertrautheit mit den Reflexionsstandards der Ethik voraus.
Der Band unternimmt es, mit Blick auf das professionsspezifische Ethos der Sozialen Arbeit in die Strategien der ethischen Urteilsbildung einzuführen.

  • Philosophisches Seminar 21./22. Oktober 2017

    Der Staat: ein barmherziger Samariter? Seine Rolle bei den aktuellen Herausforderungen

    Thomas Morus Akademie/Bensberg

Mit der Aufname von Flüchtlingen aus den Krisengebieten dieser Welt und den damit einhergehenden Aufgaben für Deutschland und Europa sind zahlreiche Probleme aufgebrochen, die die fundamentalen Aufgabenbereiche moderner Staaten hinterfragen. In den Diskussionen um die Durchlässigkeit von Grenzen, um die öffentliche Meinungsbildung im Zeitalter des Internets oder um das Widererstarken rechtspopulistischer Kräfte ist heute erneut fraglich geworden, wie sehr sich der Staat in das Leben seiner Bürger einmischen darf.
Moderne freiheitlich-demokratische Rechts- und Verfassungsstaaten wie diejenigen Europas verstehen sich zwar als dem Menschenrechtsethos verpflichtete Gemeinwesen, die von der gleichen Würde und dem gleichen Freiheitsanspruch aller ausgehen. Als sozialstaatlich verfasste Nationen können sie sich deshalb nicht allein auf die Funktion eines „Nachtwächters“ zurückziehen, der Leib und Leben der Bürger garantiert, aber nichts darüber hinaus ermöglicht.
Wie weit dürfen dann aber umgekehrt die notwendigen Eingriffe des Staates gehen, damit die Bürger ihre Freiheit im Sinne eines menschenwürdigen Lebensplanes tatsächlich auch realisieren können? Wann droht die Gefahr einer Kompetenzüberschreitung? Wo missversteht der Staat sich als „moralische Anstalt“, die die Moral, die Identität und die Beziehungen seiner Bürger zu bestimmen versucht?

  • Diskussionsveranstaltung 7. Sept. 2017, 19 Uhr

    Auf welchen Werten bauen wir auf? Das neue WIR. Zusammenleben in einer globalisierten Stadtgesellschaft

    Domforum Köln

Auf welchen Werten bauen wir auf? Auf welchem Wertefundament kann eine Gesellschaft stehen, die durch immer größere Vielfalt geprägt ist? Gibt es eine große Schnittmenge oder zumindest einen kleinsten gemeinsamen Nenner?

Referenten:

  • Dr. Aziz Fooladvand, Lehrer und Menschenrechtsaktivist;
  • Dr. Dani Kranz, Anthropologin;
  • Prof. Dr. Armin Wildfeuer, Philosoph
  • Moderation: Melanie Wielens

Eine Reihe in Kooperation mit der Melanchthon-Akademie, dem Friedensbildungswerk, der VHS Köln, dem Runden Tisch für Integration und dem Kath. Bildungswerk Köln