Armin G. Wildfeuer
Vortrag/Präsentation 2016
Publication year: 2016

Unser Selbst- wie unser Weltverhältnis kann auf selbst erlebte Erfahrung nicht verzichten. Unter Verweis auf unsere tatsächlich gemachten Erfahrungen hoffen wir auf sichere Orientierung, die aus dem unmittelbaren Vertrautsein mit bestimmten Handlungs- und Sachzusammenhängen resultiert – und dies ohne Rekurs auf ein hiervon unabhängiges theoretisches Wissen. Dies macht den besonderen Geltungsanspruch von Erfahrungen aus, der vermeintlich in deren Unmittelbarkeit gründet.

Doch unsere Erfahrung von Ich und Welt ist selbst gerade nicht unmittelbar gegeben. Sie ist vielfach vermittelt durch individuelle Lebensführung, durch Gewohnheiten, durch übernommene Fremderfahrungen, durch soziale und kulturelle Deutungsmuster wie überhaupt durch die gemeinsam konstituierte Lebenswelt, in der sie gemacht wird. Zu ihrer Aufhellung bedarf individuelle Erfahrung immer der begrifflichen Durchdringung und Verallgemeinerung, soll sie für das Individuum im Verbund mit anderen Individuen,  tatsächlich Orientierung geben.

Welche Orientierungsleistung, so ist zu fragen, erbringen Erfahrungen tatsächlich für unser Denken und Handeln?

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