Armin G. Wildfeuer
Vortrag Domforum Köln am 11.4.2017
Publication year: 2017

Mit dem Gottesbegriff der  Philosophen, der ein letztes Prinzip, eine erste Ursache und ein abstrakter Erklärungsgrund des Weltgeschehens bezeichnet und einen Kosmos-Gott zum Gegenstand hat, der apathisch-eigenschaftslos und transzendent-geschichtsenthoben existiert, kann es kaum gelingen, das Eigentümliche des am Kreuz leidenden und sich darin offenbarenden Gottes der Christen zu erfassen.  Die “Weisheit der Welt” tut sich daher schwer mit der “Torheit des Kreuzes”. Und umgekehrt: im Ausgang vom Gott des Kreuzes muss der philosophische Theismus  als Torheit erscheinen. Denn er erzeugt Probleme, wie sie nicht zu Unrecht in der philosophischen Religionskritik thematisiert werden, Probleme, die sich zudem im Ausgang vom Gott des Kreuzes erst gar nicht stellen würden. Die aus Sicht der „Weisheit der Welt“ attestierte “Torheit des Kreuzes” eröffnet mithin auch Horizonte und Denkwege für das philosophische Nachdenken über Gott, das zugleich die „Torheiten“ des kosmologischen Theismus vermeidet und anschlussfähig ist an den Gott des christlichen Glaubens.

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