• Vortrag 23. Nov. 2016, 20 Uhr

    Erfahrung zwischen Unmittelbarkeit und Vermitteltheit

    Kultursalon Korchenbroich

Unser Selbst- wie unser Weltverhältnis kann auf selbst erlebte Erfahrung nicht verzichten. Unter Verweis auf unsere tatsächlich gemachten Erfahrungen hoffen wir auf sichere Orientierung, die aus dem unmittelbaren Vertrautsein mit bestimmten Handlungs- und Sachzusammenhängen resultiert – und dies ohne Rekurs auf ein hiervon unabhängiges theoretisches Wissen. Dies macht den besonderen Geltungsanspruch von Erfahrungen aus, der vermeintlich in deren Unmittelbarkeit gründet.

Doch unsere Erfahrung von Ich und Welt ist selbst gerade nicht unmittelbar gegeben. Sie ist vielfach vermittelt durch individuelle Lebensführung, durch Gewohnheiten, durch übernommene Fremderfahrungen, durch soziale und kulturelle Deutungsmuster wie überhaupt durch die gemeinsam konstituierte Lebenswelt, in der sie gemacht wird. Zu ihrer Aufhellung bedarf individuelle Erfahrung immer der begrifflichen Durchdringung und Verallgemeinerung, soll sie für das Individuum im Verbund mit anderen Individuen,  tatsächlich Orientierung geben.

Welche Orientierungsleistung, so ist zu fragen, erbringen Erfahrungen tatsächlich für unser Denken und Handeln?

  • Offene Akademietagung 29./30. Oktober 2016

    500 Jahre Utopia: Thomas Morus, Leuven und die Neuzeit

    Leuwen/Belgien

Mit einer Offenen Akademietagung in Leuven von 29. bis 30. Oktober 2016 (Sa.-So.) würdigt die Akademie das Erscheinen des großen
Werks Ihres Namenspatrons wenige Tage nach Eröffnung der großen Jubiläumsausstellung im M-Museum Leuven. Hier werden Meisterwerke von Quinten Metsijs, Jan Gossaert, Hans Hoibein, Albrecht Dürer und anderen Meistern, die im 15. und 16. Jahrhundert mit großer Einbildungskraft auf unverwechselbare Weise eine ideale Welt dargestellt haben, gezeigt. Da auch die Universitätsbibliothek dem 500jährigen Ju biläum Rechnung trägt, ist sie ebenso Ziel an diesen beiden Tagen wie andere Sehenswürdig keiten Leuvens, die in diesem Zusammenhang wichtig sind.
Inspirierend-informative Ausführungen des Philosophieprofessors Dr. Armin G. Wildfeuer lassen Thomas Morus darüber hinaus in jener Zeit in Leuven lebendig werden, tragen zum Verständnis seiner Zeit und des Werkes bei.

Vorträge
Prof. Dr. Armin G. Wildfeuer, Professor für Philosophie an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, Abteilung Köln

Leitung
Dr. Michael Hartlieb, Referent für Theologie und Philosophie, Thomas-Morus-Akademie Bensberg

Ort
Leuven, Belgien

  • Vortrag 15.Oktober 2016

    Die Entmächtigung der neuzeitlichen Vernunft: Romantik als Beginn der Moderne

    Vortrag im Rahmen der Offenen Akademietagung >``... färbt die blaue Blume rot!`` Der Einfluss der Romantik auf Politik und Gesellschaft< am 15./16. Oktober 2016 an der Thomas Morus Akademie/Bensberg

Der Einfluss romantischer Ideen und ihre Verarbeitung im Deutschen Idealismus richtet sich vor allem gegen den strengen Rationalismus, der seit dem Beginn der Neuzeit bis hin zur Aufklärung galt. Nun setzt sich ein Ideal der Einheitlichkeit und des großen systematischen Entwurfs durch, dass die Dinge der Welt in einem neuen Licht ordnet.

  • Vortrag 15. Oktober 2016

    Geschichte - Gemeinschaft - Religion: Die ``politische Romantik`` des 19. Jahrhunderts und ihre Wirkungen

    Vortrag im Rahmen der Offenen Akademietagung >``... färbt die blaue Blume rot!`` Der Einfluss der Romantik auf Politik und Gesellschaft< am 15./16. Oktober 2016 an der Thomas Morus Akademie/Bensberg

Auf die Gesellschaft hat die Romantik tiefgreifende Auswirkungen. Es bilden sich in ihrem Gefolge neue politische Leitideen: die Nation, die Kultur, die Familie, die Religionen – das sind Begriffe, die auf der Suche nach der Identität der sozialen Gemeinschaft inhaltlich neu gefüllt werden.

  • Vortrag 20. Sept. 2016

    Theonomy and Autonomy. The change in the understanding of reason and order in western philosophy as metaphysical background of the rise and decline of natural law thinking

    Vortrag im Rahmen der Tagung: Heute gerecht leben. Impulse zu Ordnungskonzeptionen aus christlicher, orthodoxer und schiitischer Tradition, Wien, 19.-22. September 2016

In modern times the natural law thinking has become increasingly in crisis. The orientation onto the order of natural law is replaced by an orientation to the autonomy of human being. Anyone who knows the history of philosophy, this change needs not to be surprised. You know, the idea of natural law presupposes a very specific type of metaphysics, which allows to construct a more or less strong relationship of divine order of God, the order of the world and the order of the human being as subject of reason. The connection between these three orders can be seen as the relationship between three types of reasons or rationalities which are more or less closely connected with each other and must be understood in relation to each other: I mean the connection between the absolute reason or rationality of God, the objective reason or rationality of the world which we call “nature” in a metaphysical sense, and the finite reason or rationality of the man. If we assume that the human being is free, then a certain tension between the divine order and human autonomy is virtually inevitable. During the history of ideas, the tension between theonomy and autonomy was resolved in different ways depending on the understanding of reason, which influences the understanding of absolute, objective and subjective reason and the connection between them, too. But, as we shall see, with the changing of the relation between and the modern understanding of the three rationalities of God, world and man, the natural law thinking loses its metaphysical fundaments.

I try to explain in form of a short history of ideas which philosophical developments in the background of the problem of the replacement of theonomy by autonomy in modern times lead to the rise and decline of the natural law thinking in the western world starting with an explanation of the correlation of reason and order.

  • Publikation August 2016

    Das Subjekt als Legitimationsinstanz. Die Vorgeschichte seiner Entdeckung im Raum christlicher Metaphysik

    in: Internationale Katholische Zeitschrift Communio 45 (Juli/August 2016), 299-308 - kroat. Übersetzung: Subjekt kao instanca valjanosti. Pretpovijest njegova otkrivanja u prostoru krscanske metfizike, in: Medunarodni Katolocki Casopis Communio God. 42 (2016), br. 126, 65-72.

Mit „Subjekt“ ist in der Neuzeit primär eine Geltungsinstanz gemeint. Sie löst den Gott der philosophierenden Theologen als Geltungsinstanz ab, der selbst als das „absolute Vernunftsubjekt“ schlechthin gedeutet wurde. Seine spekulative Ausdeutung im Rahmen der mittelalterlichen Metaphysik bleibt jedoch weitgehend Denkmustern des antiken Intellektualismus verhaftet. Dieser lässt für den Freiheitsanspruch des endlichen Vernunftsubjekts keinen Raum. Es sind genuin theologische Problemanzeigen und spiritualitätsgeschichtliche Motive, die im Spätmittelalter zu einer Neubegründung der Metaphysik unter nominalistisch-voluntaristischem Vorzeichen führen. Der neue Gedanke der Freiheit und Allmacht Gottes leitet einerseits das Ende des mittelalterlichen Ordo-Denkens ein, er macht andererseits den Weg allererst frei für das neuzeitliche Subjektdenken. Das moderne Subjektverständnis hätte nicht zu seinem spezifischen Profil und seinem neuzeitlichen Rang ohne diesen „christlichen“ Entdeckungszusammenhang gefunden. Mehr noch: die in der Offenbarung Gottes in Christus sich zeigende Freiheitsverheißung findet erst in der neuzeitlichen Deutung des Menschen als eines endlichen, wenngleich autonomen Vernunftsubjekts eine angemessene philosophische Resonanz.

  • Vortrag 22. Juni 2016

    Wege nach Utopia: Ein Glücksversprechen für die Neuzeit?

    Thomas Morus Akademie/Kardinal-Schulte-Haus, Bensberg

Vortrag im Rahmen des Thomas-Morus-Empfangs “500 Jahre Utopia – Wunschbilder für eine bessere Welt”

22. Juni 2016 (Mi.), 19.00-21.30 Uhr
Thomas-Morus-Akademie/Kardinal-Schulte-Haus, Bensberg

An der Wende zur Neuzeit mit ihren zahlreichen gesellschaftlichen Umbrüchen war Mores „Utopia“ für viele Menschen ein echtes Heilsversprechen. Denn die Bürger der fiktiven Insel leben scheinbar im Glück: als Gleiche unter Gleichen, stets nach Bildung strebend, lehnen sie Privatbesitz gänzlich ab. Sah Morus im Staatswesen seiner Insel Utopia tatsächlich ein Ideal für seine zeitgenössische Welt? Und heute?

Vortrag: Prof. Dr. Armin G. Wildfeuer, Professor für Philosophie an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, Abteilung Köln

Lesung aus dem Roman „Utopia“Wolfgang Rüter, Schauspieler, Mitglied im Ensemble des Theaters Bonn

  • Seminar 18./19. Juni 2016

    Was macht ein gutes Leben aus? Antwortversuche der philosophischen Lebenskunst

    Thomas Morus Akademie/Bensberg

Eine philosophische Spurensuche zur Lebenskunst …

Die Sehnsucht nach einem guten und glücklichen Leben treibt die Menschen seit der Antike um. Die Vielzahl der Coaching- und Lifestyle-Angebote und eine zahllose Ratgeberliteratur belegen dies. Welche Orientierung kann hier die Philosophie bieten? Während für die antike Ethik die allgemeinen Bedingungen für ein gelingendes Leben im Mittelpunkt standen, setzte sich in der Neuzeit eher eine skeptische Haltung ihrer Bestimmbarkeit durch. Die Glücksfrage wurde schließlich in der Gegenwart der persönlichen Verantwortung übereignet. rst
in jüngerer Zeit spielt das gute Leben wieder eine größere Rolle in philosophischen Debatten. Lässt sich die Bestimmung des guten Lebens nur auf individuelle Einstellungen zurückführen oder kann auf objektiv nachweisbare Werte verwiesen werden?

  • Laudatio 29. April 2016

    Verleihung des Albertus-Magnus-Preises für das Schuljahr 2014/15

    Rathaus der Stadt Köln

Albertus-Magnus-Preis

Am 29. April 2016 fand im Historischen Rathaus in Köln die Verleihung des Albertus-Magnus-Preises statt.

Der Wettbewerb war erstmals für das Schuljahr 2014/15 an allen Gymnasien und Gesamtschulen des Köln-Bonner Raumes ausgeschrieben worden.

Im Beisein von Bürgermeister Hans-Werner Bartsch konnten die Vorsitzende des Förderkreises, Frau Dr. Marie-Luise Pichlmaier-Adenauer, und das Mitglied des Kuratoriums, Herr Prof. Dr. Armin Wildfeuer, die Preisträger auszeichnen.

Ein Preis ging an den Schüler Simon Müller, Gymnasium Leverkusen, für dessen Einzelarbeit.

Ein weiterer Preis wurde ca. 45 Schülerinnen und Schüler des Grundkurses Philosophie (Jahrgangsstufe EPH) des Gymnasiums Lechenich für deren Gruppenarbeit verliehen.

Im Anschluss an die Preisverleihung sprach vor etwa 200 Zuhörern Herr Prof. Dr. Rudolf Schieffer zu dem Thema: „Albert der Große und die städtische Revolution in Köln“.

  • Vortrag 14. April 2016

    WANZ und das ärztliche Ethos. Verlust des Ärztlichen in einer ökonomisierten Medizin?

    Ärztekammer Nordrhein/Wuppertal

SGB V § 2 Abs. 1 S. 3: Qualität und Wirksamkeit der Leistungen haben dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse zu entsprechen und den medizinischen Fortschritt zu berücksichtigen“.

SGB V § 2 Abs 4: Krankenkassen, Leistungserbringer und Versicherte haben darauf zu achten, „dass die Leistungen wirksam und wirtschaftlich erbracht und nur im notwendigen Umfang in Anspruch genommen werden“.

SGB V § 12 (Wirtschaftlichkeitsgebot): (1) Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Leistungen, die nicht notwendig oder unwirtschaftlich sind, können Versicherte nicht beanspruchen, dürfen die Leistungserbringer nicht bewirken und die Krankenkassen nicht bewilligen. (2) Ist für eine Leistung ein Festbetrag festgesetzt, erfüllt die Krankenkasse ihre Leistungspflicht mit dem Festbetrag.